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Gastro-Trends

Hipster- Bier und nackter Wein

27. September 2017

Bier und Wein sind Massen-produkte. Aber im Schatten der grossen Bierbrauereien und modernen Weingüter ist ganz still und leise eine eigene kleine Bierbrauer- und Naturweinszene heran-gewachsen – und die ist trendy, sehr trendy sogar.

Nachhaltigkeit und Natürlichkeit liegen im Trend. Auch beim Bier und Wein kommt man nicht mehr darum herum die Frage nach der ökologischen Herkunft zu stellen und da stolpert man früher oder später über Craft Bier und Naturwein, auch bekannt als raw wine, naked wine oder vin naturel. Das riecht abenteuerlich, ist aber einen Versuch wert.

Craft Bier

Mikrobrauereien haben sich von einer einfachen Freizeitbeschäftigung zu einem internationalen Trend entwickelt, der keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. Unzählige Mikrobrauer verwandeln Hopfen, Malz, Hefe und Wasser in eine verblüffende Reihe von Bieren. Beim in Kleinmengen gebrauten Craft Bier steht Abwechslung im Vordergrund: Pale Ales, Altbiere, Stouts, Pilsner, Bockbiere, saisonale Biere, Malzbiere, und Biere mit Obst, Kräutern, Gewürzen, Honig, wilder Hefe und vielem mehr. Es sind keine grossen Mengen, aber es handelt sich um qualitativ und preislich hochklassiges Bier und es erobert zusehends Marktanteile – das Interesse an Craft Bier ist riesig und die junge Branche lässt noch viel Wachstum zu. Die Biere sprechen die Individualität des Konsumenten an, jedes Bier hat eine Persönlichkeit, eine Geschichte. Craft Biere haben lässige Namen und Marken, das generiert Abwechslung und macht Spass!

Naturwein

Naturwein hat viel mit dem Craft Bier gemein: Plötzlich ist Wein nicht mehr nur weiss, rot oder rosé, sondern kamillefarben, trüb wie verdünnte Milch, rosa, eierschalengelb oder sogar rostig wie ein Werkzeugkasten und er riecht nach Waldboden, Gemüseeintopf und feuchtem Holz – jede Flasche kann anders schmecken! Weil der Begriff nicht geschützt ist, gibt es keine eindeutigen Kriterien für die Herstellung von Naturwein. Der Wein kommt aber weitgehend ohne Zusatzstoffe aus und im Weinberg werden keine Pestizide verwendet. Die Vergärung erfolgt spontan, ohne Zutun des Winzers und ohne Zugabe von Hefen, dem Most wird kein oder nur wenig Schwefel zugesetzt und die Trauben liegen länger auf der Maische als üblich. Anschliessend reift der Wein entweder auf herkömmliche Art in Fässern oder Tanks oder ein wenig spezieller: in in der Erde vergrabenen Amphoren. Für den Geschmack ist das nicht immer förderlich, für die Experimentierfreude seiner Hersteller schon. Es braucht also Erfahrung im biodynamischen Weinbau und der Weiterverarbeitung. Der Grad zwischen Misserfolg und Ursprünglichkeit ist schmal. Die fähigsten Naturweinwinzer allerdings fangen gerade erst an. Und Kunden gibt es jetzt schon genug.